Hol Dir Hilfe!
Was tun bei Hate Crime?
Im Notfall: "110" wählen
Wenn Du Dich in einer Notsituation befindest oder eine solche beobachtest, wähle den Polizeinotruf unter der kostenlosen Nummer „110“. Trau Dich! Es ist besser, einmal zu oft anzurufen, als einmal zu wenig. Du hast grundsätzlich nichts zu befürchten: Die Polizei unterstützt am Telefon, schätzt den Vorfall professionell ein und informiert darüber, welche Maßnahmen nun angebracht sind.
Einmischen!
Es kann auch sinnvoll sein, nicht beteiligte Personen zu bitten, sich einzumischen und zu helfen. Sprich Zeug*innen der Tat an und notiere Dir deren Name und Erreichbarkeit (Adresse und Telefonnummer) für später.
Wenn Du Hate Crime beobachtest, zeig Zivilcourage und lass das Opfer nicht allein. Mehr Tipps dazu findest Du hier.
Unterstützung holen
Hate Crime kann schwerwiegende Folgen für Dich als betroffene Person haben. Viele Opfer leiden noch lange nach der Tat an psychischen Folgen wie etwa Ängsten und Alpträumen. Du bist mit Deinem Erlebnis nicht allein. Ruf Freunde oder Verwandte an und erzähl ihnen, was Dir passiert ist. Wende Dich an eine Beratungsstelle. Dort bekommst Du die Hilfe, die Du gerade brauchst.
Dokumentation
Nach einem Hate Crime solltest Du eventuelle Verletzungen und Schäden so gut und zeitnah wie möglich dokumentieren. Zum Beispiel durch Fotos von Schäden und Verletzungen, ein Gedächtnisprotokoll oder ggf. einen Arztbesuch. Du kannst auch Freund*innen bitten, Dir bei der Dokumentation zu helfen. Alle Spuren können später wichtig werden, wenn Du Anzeige erstatten willst. Deshalb solltest Du alles dokumentieren und aufbewahren.
Bei Verletzungen: Suche sofort ein*e Ärzt*in auf. Dort wirst Du behandelt und die Verletzungen können dokumentiert werden. Dies sollte schriftlich in einem Attest geschehen. Sichtbare Verletzungen sollten zusätzlich fotografiert werden.
Nach sexualisierter und häuslicher Gewalt leisten Münchner Frauenkliniken medizinische Erstversorgung und vertrauliche Spurensicherung: Mehr Infos dazu findest Du hier.
Gedächtnisprotokoll
Opfer und Zeug*innen von Hate Crime sollten unbedingt ein Gedächtnisprotokoll anfertigen – selbst wenn Du nicht die Polizei einschalten und keine Strafanzeige stellen willst. Ein Gedächtnisprotokoll kannst Du schriftlich erstellen oder als Sprachnotiz auf Deinem Handy.
Erinnerungen verblassen schnell, deshalb solltest Du das Gedächtnisprotokoll so zeitnah wie möglich erstellen. Nimm möglichst detailliert alles auf, woran Du Dich erinnerst. Auch Dinge und Vorgänge, die Dir nebensächlich erscheinen, wie zum Beispiel Kleidung und Äußerungen der Täter*innen.
Diese Fragen solltest Du beantworten:
- Wer ist betroffen?
- Wann und wo fand die Tat statt? (Datum, Uhrzeit, Adresse)
- Worum ging es?
- Was haben die Angreifenden genau gesagt und getan?
- Beschreibe Gesicht und Kleidung der Täter*innen.
- Gibt es Zeug*innen? Wenn ja, notiere möglichst ihren Kontakt und bitte sie, ebenfalls ein Gedächtnisprotokoll zu erstellen.
Mehr Informationen findest Du hier.
Anzeigen
Lass die Täter*innen nicht davonkommen: Stelle Strafanzeige! Wie genau das geht, siehst Du hier.
Hate Crime ist strafbar und es ist Dein Recht, den*die Täter*in anzuzeigen. Wenn Du Dir unsicher bist, ob die Tat strafbar ist oder wenn Du nicht allein zur Polizei gehen möchtest, kannst Du Dich an eine Beratungsstelle wenden. Sie können Dir eine erste Einschätzung geben und/oder Dich zur Anzeigeerstattung begleiten.
Beratung und Unterstützung
Unabhängige Beratungsstellen und Opferhilfeeinrichtungen
Wenn Du Opfer von Hate Crime geworden bist, hast Du ein Recht auf Hilfe! Die hier aufgelisteten Beratungsstellen bieten Dir Hilfe und Unterstützung – kostenlos, vertraulich und unabhängig. Du kannst erstmal ein Beratungsgespräch vereinbaren. Wenn Du weitere Schritte unternehmen möchtest, unterstützt Dich die Beratungsstelle dabei (z.B. im Umgang mit Behörden oder der Polizei) und sorgt dafür, dass Du die Beratung bekommst, die Du brauchst (z.B. juristische Beratung, psychosoziale Beratung). Du entscheidest selbst, welche Hilfe Du in Anspruch nehmen willst.
Beratung und Unterstützung durch Behörden
Unabhängige Dokumentations- und Recherchestellen
Hilfe finden
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Institution
Fachgebiet
Anlaufstelle bei Diskriminierung und rechtem Hass an Münchner Schulen
Telefon
089 23328440
demokratie.schule@muenchen.de
- vertrauliche Erst-Anlaufstelle für Schüler*innen an Münchner Schulen und deren Angehörige bei Diskriminierung und rechtem Hass. Unabhängig davon, ob Personen selbst betroffen oder Zeuge*Zeugin eines Vorfalls sind. Ob auf dem Schulweg, im Unterricht, im Hort oder im Klassenchat.
- führt Gespräche mit Schulleitungen und Lehrkräften, vermittelt geeignete Beratungsstellen oder Expert*innen für Workshops.
- Beratungsstelle für Mitarbeitende an Münchner Schulen (Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen, etc.) im Umgang mit Vorfällen mit menschenfeindlichen und volksverhetzenden Hintergründen
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Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Telefon
0800 64223395
beratung@ads.bund.de
- erste Einschätzung zu deinem Diskriminierungsfall und Hinweise, wie du weiter vorgehen kannst
- auf schriftliche Anfrage informiert die Antidiskriminierungsstelle über deine Rechte und wie du diese geltend machen kannst.
- Beratungsangebot der Antidiskriminierungsstelle kann zwar eine anwaltliche Einzelfallberatung nicht ersetzen, aber die dortigen Berater*innen können dir sagen, ob es weitergehende juristische Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort in München gibt
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B.U.D. Bayern
Unabhängige Anlaufstelle bei rechter, rassistischer & antisemitischer Gewalt in Bayern
Telefon
0151 21653187
info@bud-bayern.de
- Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Bayern (für Vorfälle in München und Einzugsgebiet, bitte an BEFORE wenden)
- berät und unterstützt Betroffene, ihren Angehörigen sowie Zeug*innen eines Angriffs
- bayernweit aufsuchend und auf Wunsch werden Ihnen Sprachmittler*innen bereitgestellt
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BEFORE
Beratungsstelle für Betroffene von rechter und gruppenbezogen menschenfeindlicher Gewalt und Diskriminierung in München
Telefon
089 46224670
kontakt@before-muenchen.de
- Unterstützung nach Angriffen oder Diskriminierungen mit Bezug zu (angenommener) Herkunft, Geschlecht, Religion / spiritueller Weltanschauung, Behinderung, Alter, sozialem Status, sexueller Identität, antirassistischer / antifaschistischer Positionierung
- Beratung für Betroffene, Angehörige, Umfeld und Zeug*innen
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Fachstelle für Beratung & Antidiskriminierung im Büro des Behindertenbeauftragten
Beratungsstelle für Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung Benachteiligung und Diskriminierung erfahren haben
Telefon
089 23310417
behindertenbeauftragter.soz@muenchen.de
- berät und unterstützt Menschen mit Behinderungen und hilft beim Thema Benachteiligung
- hilft allen die Fragen zum Thema Behinderung haben, Unterstützung suchen, sich informieren möchten oder Benachteiligung aufgrund ihrer Behinderung erfahren haben
- berät über Rechte und Möglichkeiten von Menschen mit Behinderungen
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Fachstelle für Demokratie
Telefon
089 23392642
fgr@muenchen.de
- berät und unterstützt alle Münchner*innen, die menschen- oder demokratiefeindliche (bspw. rassistische oder antisemitische) Sachverhalte in der Landeshauptstadt München melden möchten, insbesondere im Kontext von Behörden- oder Verwaltungshandeln bei der Landeshauptstadt München (z.B. institutioneller Rassismus)
- sowohl Erstberatung als auch Institutionenberatung (Förderung demokratischer und diskriminierungssensibler Strukturen)
- erstellt Informationsmaterialien, bearbeitet Stadtratsvorlagen, organisiert stadtweite Kampagnen und Veranstaltungen
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Frauen*notruf München
Beratungsstelle
Telefon
089 763737
info@frauennotruf-muenchen.de
- steht allen Frauen* offen, die Vergewaltigung, Übergriffe, sexuelle Belästigung, Stalking, sexualisierte Gewalt in der Kindheit oder im digitalen Raum, erlebt haben
- bietet persönliche Beratung, Onlineberatung, Traumatherapie und Ressourcengruppen
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Gleichstellungsstelle für Frauen
Städtische Beratungsstelle im Bereich Geschlechterdiskriminierung und Sexismus
Telefon
089 23392465
gst@muenchen.de
- berät Bürger*innen und Beschäftigte der Landeshauptstadt München zum Thema Gleichberechtigung, Geschlechtergerechtigkeit, Gleichstellung und Frauenförderung in allen Lebensbereichen; gibt konkrete Informationen zu Anlaufstellen, wenn ein Anliegen weitere Stellen betrifft
- fördert und entwickelt im Rahmen ihrer Themenschwerpunkte geschlechtergerechte Strukturen
- bearbeitet Stadtratsvorlagen, beteiligt sich an Personalauswahlverfahren, organisiert Arbeitskreise und Veranstaltungen, erstellt Informationsmaterial und bietet konkrete Hilfestellung in Einzelfällen
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Hate Aid
Telefon
030 25208838
kontakt@hateaid.org
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Hilfe bei sexualisierter und häuslicher Gewalt
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Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ*
Städtische Stelle zu den Themen sexuelle und geschlechtliche Identität
Telefon
089 23326536
kgl@muenchen.de
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LeTRa
Beratungsstelle des Vereins LesCommunity e.V.
Telefon
089 998295930
beratung@letra.de
- richtet sich an alle lesbischen / queeren Mädchen und Frauen jeden Alters (cis, trans*, inter*)
- beraten zum Thema Gewalt und Diskriminierung in allen Kontexten; bieten eine spezifische Beratung für queere Geflüchtete
- Auch Personen, die selbst Gewalt ausüben, können sich an LeTRa wenden.
- beraten auch Angehörige, Bezugspersonen und Menschen, die beruflich mit dem Thema Gewalt zu tun haben.
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Madhouse
Telefon
089 7167222500
info@madhouse-munich.com
- berät und unterstützt Sinti und Roma, die menschen- oder demokratiefeindlich (rassistisch, antiziganistisch) angegriffen werden, die strukturellen Rassismus durch Behörden, Ämter oder andere Institutionen erfahren und diese Sachverhalte bei der Landeshauptstadt München melden möchten.
- bietet Erstberatung als auch Institutionenberatung an, um demokratische und diskriminierungssensible Strukturen zu fördern
- beteiligt sich an Kampagnen gegen Rassismus und insbesondere Antiziganismus
- erstellt Informationsmaterialien und organisiert Aufklärungs-, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen speziell zum Thema Antiziganismus.
- Kooperiert mit anderen Opferschutzstellen der LH München
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Meldestelle für antiziganistische Vorfälle
Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern e.V.
Telefon
0911 9928793
sinti.bayern@nefkom.net
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München Chronik
Auflistung rechter und diskriminierender Vorfälle und Aktivitäten
redaktion@muenchen-chronik.de
- dokumentiert Aktivitäten rechter Gruppen und rassistische, antisemitische, LGBTIQ-feindliche, extrem rechte und andere diskriminierend motivierte Vorfälle, Angriffe und Übergriffe im Raum München (Stadt und Landkreis).
- über das Meldeformular können eigene Erfahrungen und Beobachtungen eingesendet werden
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Ombudsstelle GEWOFAG
Telefon
089 62423395
ombudsstelle-gewofag@justice-in-time.de
- erste Ansprechpartnerin für Mieter*innen der GEWOFAG, die in ihrer Nachbarschaft Diskriminierung erfahren, sowie für Mitarbeiter*innen, Lieferant*innen und Auftragnehmer der GEWOFAG
- Möglichkeit zur anonymen Mitteilung; vertrauliche Behandlung der Informationen und Hinweise unter Einbindung der bei der GEWOFAG für Demokratie zuständigen Stelle
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Polizei München
Kommissariat 105 für Prävention und Opferschutz
Telefon
089 29104444
- Beim Kommissariat 105 sind ausschließlich Kriminalbeamtinnen und -beamte tätig. Das bedeutet, dass wir dem sog. „Legalitätsprinzip“ (§ 163 der Strafprozessordnung) unterliegen und somit bei Vorliegen eines Verdachts einer Straftat ein Verfahren einleiten müssen, wenn für uns die Möglichkeit besteht, ihre Personalien festzustellen.
- Jeder der Opfer von Hate-Crime geworden ist, kann sich bei K105 melden und beraten lassen. Auch jene, die sich nicht sicher sind, ob sie Opfer von Hate-Crime geworden sind.
- Hilfe bei der Anzeigenerstattung, Informationen über weitere Beratungsstellen geben
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Polizei München
Anlaufstellen für Communities, Organisationen und Vereine
Telefon
089 29104444
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REspect!
Die Meldestelle gegen Hetze im Netz
meldung@meldestelle-respect.de
- für Internetnutzer*innen, die im Netz auf Hasskommentare stoßen und etwas dagegen unternehmen möchten.
- Hasskommentare können hier gemeldet werden. Bei einem Verstoß gegen deutsches Recht beantragt REspect! beim Netzwerkbetreiber die Löschung des Beitrags. Verfasserinnen und Verfasser von Volksverhetzung werden konsequent angezeigt.
- Bitte beachten: Deine vorherige Zustimmung verpflichtet REspect!, personenbezogene Daten an die Polizei weiterzugeben.
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RIAS Bayern
Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern – Meldestelle für antisemitische Vorfälle
Telefon
0162 2951961
info@rias-bayern.de